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Das Projekt

Einige Worte zum Thema



Alles was Menschen zusammen tun, wird an gewissen Momenten bestimmt durch die Liebe.

Alle Menschen die mit oder für andere Menschen arbeiten, werden mit der Liebe in allen ihren diversen, simplen und komplizierten Formen, Auslegungen und Verständnissen in Berührung kommen.

Aber was ist sie, die Liebe und was bedeutet sie für ein selbstbestimmtes Leben in einer aufgeklärten kulturdiversen Gesellschaft?

Diese Frage soll Gegenstand einer vierjährigen künstlerischen Recherche des th∈∀t∈rl∀bor h∀tschisi sein.
















Was soll in dem Projekt passieren?


Kurz zusammengefasst Folgendes: Nach einer ausführlichen Phase der Untersuchung sollen partizipative Präsentationen unterschiedlich gearteter künstlerischer Arbeiten stattfinden.

Anschließend untersuchen die h∀tschisis die (Dis)Ability Studies und arbeiten künstlerisch dazu.

Zum Schluss entwickelt das Theaterlabor Formate für künstlerische performative Weiterbildung und bietet diese Formate an. So können die neuen Experten, andere Menschen auf einem ähnlichen Weg der Aneignung schicken und Gesellschaft mitgestalten.



















Warum dieses inklusive Projekt?


2020 tritt ein Bundesgesetz in Kraft dass die Selbstbestimmung von Menschen stärken soll. Das wird Auswirkungen haben. Es ist desto wichtiger, die Liebe zu sich selbst zu stärken. Es gilt, sich selbst kennen zu lernen und sich zu hinterfragen.

Die künstlerische Arbeit ist ein sehr aufschlussreicher Weg, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Als Gegengewicht ist es auch wichtig, anderen, die Kunst betreiben, zu begegnen und so unterschiedliche Ansichten und Geschichten zu erfahren und zu verstehen, wie unterschiedliche Vorstellungen von Liebe entstehen.

Vor dem Hintergrund, dass die bisherige, künstlerische Arbeit des th∈∀t∈rl∀bor h∀tschisi viele Aspekte der Liebe und Sexualität streifte und die Idee von Liebe auch im Privatleben der h∀tschisis oft große Fragezeichen aufwarf, ist es Zeit, sich diesem Motor des Lebens ausführlich zuzuwenden.


















Theaterlabor Hatschisi hat Fragen


Immer wieder stoßen die h∀tschisis auf Fragen zur Liebe. Sie haben auch viele eigene Fragen:

Was ist Verliebtheit? Ist Verliebtheit schon Liebe? Kann man zwei Menschen gleichzeitig lieben, oder sollte man eigentlich alle Menschen lieben? Warum gibt es die Ehe? Was macht man wenn der Partner fremdgeht? Darf ich Sexualität leben? Welche? Was weiß ich überhaupt über die Liebe? Was weiß ich über meine Rechte bezüglich eines ordentlichen Liebeslebens?

Bestimmt mein gesetzlicher Betreuer, wer mein Partner sein darf? Was mache ich, wenn ich mich nicht traue dazu Fragen zu stellen? Wohin kann ich mit meinem Bedürfnis nach Liebe gehen? Ist Lieben in einem Menschen drin oder findet Liebe zwischen Menschen statt? Welches Versprechen hat die Liebe? Wann ist der Mensch mit seiner Liebe überfordert, übergriffig, überglücklich?

Wo hört Liebe auf und beginnt Fürsorge? Hat die Liebe einen Preis? Was kostet Liebe? Wo fügt sich Vertrauen zu Liebe, wo Abenteuer, wo Verlangen und wo Lust?  Wo löst Macht die Liebe ab? Hat Liebe ein Alter? Wieviel Intelligenz braucht es um lieben zu können? Wer darf Liebe und Sexualität leben, ausleben, durchleben, beleben? Ist die Liebe unsterblich? Ist die Liebe universell?
















Wer weiß denn sowas?



Das Theaterlabor könnte Evolutionswissenschaftler*innen befragen, oder Neurolog*innen und das wird es auch tun! Allerdings fängt es mit den Denker*innen an, denn für sie ist die Liebe etwas zutiefst Menschliches, dass sich nicht nur in chemischen Formeln oder mit dem Beobachten von Tieren beantworten läßt.

Vorab folgen hier schon mal einige kompakte Denkanstöße, wie sie in dem Buch “Zwischen Ich und Du” von Angelika Krebs zu finden sind.

Seitdem die alten Denker, wie Platon oder Aristoteles zu der Liebe Stellung bezogen haben, denken alle Philosophen darüber nach und versuchen die Liebe zu erklären.
Sie machen Vorschläge dazu, was eine wünschenswerte Liebe sein könnte.

Seitdem das Denken aufgeschrieben wurde, unterscheidet die Philosophie der Liebe grob drei Typen von Liebe:

Liebe als Verschmelzung (eros)

Liebe der Fürsorge (agapé)

Liebe die im Dialog zwischen Menschen entsteht (philia)



Modelle der Liebe


Liebe als Verschmelzung (eros)

Im ersten Modell geht es darum, dass Liebe als Verschmelzung mit einem anderen Menschen zu verstehen ist. Menschen versuchen ihr Leben lang diesen mächtigen Wunsch zu erfüllen.  Die Liebenden wollen vollends in dem Geliebten aufgehen. Der Kugelmenschenmythos vom griechischen Philosophen Aristophanes erzählt darüber, dass die Menschen eigentlich Halbwesen sind, die, nachdem sie als Kugelmenschen zur Strafe mit dem Schwert von Zeus geteilt wurden, nun auf ewig auf der Suche nach ihrer anderen, eventuell besseren, Hälfte sind.

Diese Form der Liebe enthält eine stark erotische Komponente: Die Vereinigung im Sex.

Diese Idee von Liebe geht immer nur von einer Seite aus: vom Suchenden. Immer wieder braucht es die andere Hälfte um sich ganz zu fühlen. Ein Dialog zwischen den beiden Hälften findet nicht statt, denn sie sind eins, sie erfahren sich erst zusammen als eigene Identität. Es ist gewissermaßen eine Selbstliebe.

Liebe der Fürsorge (agapé)

Im care-Modell, dass in der heutigen Zeit viele Fürsprecher*innen findet und auch in religiösen Umgebungen beliebt ist, entsteht die Liebe in der Fürsorge. Hier enthält die Liebe auch große Anteile von Freundschaft. Eine altruistische Idee die Wohlwollen und und Wohltun voranstellt. Der Philosoph Harry Frankfurt ist ein moderner Vertreter dieser Liebesidee. Er meint: Wer liebt, nimmt das Objekt seiner Liebe sehr wichtig, denn sein eigenes Wohlergehen ist davon abhängig. Sein Glück ist mit der Existenz und dem Gedeihen seines Geliebten verwoben.

Es ist die Selbstverwirklichung, die diese Liebe antreibt und die „Opfer“ die er dafür aufbringen muss empfindet der Liebende gar nicht als Opfer.

Da lauert die Gefahr von Frustration und der Liebende wendet sich vielleicht ab, wenn der Geliebte zu eigenständig wird. Die Bemühungen haben hier nämlich stets nur eine Richtung: die vom Liebenden zum Geliebten.

Liebe, die im Dialog zwischen Menschen entsteht (philia)

Im dritten Modell wird die Liebe als Haus gesehen, welches die Liebenden gemeinsam bauen. Es findet ständig eine Auseinandersetzung statt um das Haus stabil zu gestalten und es mit Leben zu füllen. Es geht darum, dass die Liebenden ihre Individualität aufrecht erhalten und sich ergänzen.

Es geht darum im Zusammenleben im Dialog zu sein. Die Liebe findet dialogisch zwischen den Liebenden statt. Es geht um Joint Action, Miteinander Handeln, Wir-Intentionen, gemeinsames Wissen und Fühlen. Wie in der Musik wird die Einzelstimme facettenreicher, wenn die Zweite dazukommt.

Auch die Selbstliebe wird in diesem Modell dialogisch erfahren. Ich geh mit mir ins Gespräch, bin kritisch, bin lieb zu mir, bin sauer auf mich, halte aus und ringe mit mir, lache mit mir. Dieses Modell der Liebe wird oft auch mit einem emanzipatorischen Verständnis der Liebe verbunden, denn Feminist*innen setzen auf Gleichberechtigung. Dafür braucht Frau Autonomie und diese Eigenständigkeit erweist sich am ehesten im Dialog.

Anteile

Natürlich ist nicht jede Liebe nach diesen drei Modellen einzuteilen. Oft enthalten Liebesbeziehungen Anteile von allen drei Ideen. Am Liebsten würde man sich vielleicht dem letzteren Modell verschreiben, aber wer ist schon so stark und soweit in sich selbst verankert, dass er sich immer auf den eigenen Beinen halten kann und sich nicht auch mal komplett in einem anderen Menschen verlieren möchte.
Dennoch: wenigstens zu verstehen wie die Liebe ticken kann, macht auf jeden Fall Sinn.















Methodik, Ziele und Zeitplan für das Projekt


In einer ersten Phase wird die Gruppe sich das Thema auf vielerlei Art aneignen.
Es werden einerseits die eigenen Erfahrungen und Kenntnisse untersucht, andererseits Experten, wie etwa Sozial-, Sexual-, Wirtschafts-, und Kulturwissenschaftler*innen, Theolog*innen, Philosoph*innen, Mediziner*innen, Familienberater*innen, Psycholog*innen, Ethnolog*innen oder Produktentwickler*innen gehört und befragt.

Input von anderen Liebesexperten und Liebeserfahrenen, wie Paare, Verliebte, Eltern, Kinder, Menschen mit Liebeskummer, Sexassistent*innen, Hebammen, Sterbe-begleiter*innen, Menschen aus der LGTB Szene, sollen die Phase der Recherche ergänzen. Auch setzen sich die h∀tschisis mit der kulturellen Repräsentanz von Liebe in z.B. Romanen, Filmen und Ausstellungen auseinander.

Im Laufe des Prozesses lassen die h∀tschisis ihr Publikum an der Erforschung,  mittels Vorträgen, Workshops, Showings, Ausstellungen, Installationen und Performances, teilnehmen.

In der nächsten Phase will die Gruppe sich mit den (Dis)Ability Studies beschäftigen, die dem medizinischen und defizitorientierten ein soziales und kulturelles Modell von Diversität entgegensetzen. Eine zentrale Frage ist: Wie kommt es zu gesellschaftlichen Wertungen und Kategorisierungen? 
Im Projekt wird erweitert gefragt: Wie muss man sein und was muss man können, um lieben zu können oder geliebt zu werden.?

Gleichzeitig werden die h∀tschisis eine weitere Phase der Untersuchungen durchlaufen, um eine eigene künstlerische Praxis zu finden. Einzeln, im Kollektiv oder als Team.
Die h∀tschisis teilen ihre Erfahrungen mit einem allgemeinen Publikum mittels eigener Kunstproduktionen, Performances, Aktionen, Inszenierungen und Ausstellungen.
So können die künstlerischen Arbeitsergebnisse erlebt werden um eine performative Teilhabe der Thematik zu ermöglichen.

Anschließend sollen für Menschen, die unsere Gesellschaft steuern, künstlerische Workshop- und Weiterbildungsformate entwickelt werden. Das können Politiker*innen, Polizist*innen, Jurist*innen, Unternehmer*innen, Künstler*innen, Journalist*innen, Pfleger*innen oder andere Menschen aus der sozialen Arbeit sein; 
Menschen die von dem Wissen und den Erfahrungen der Gruppe profitieren können.

Während der gesamten Projektlaufzeit, werden bisher entstandene und neue Performances aufgeführt, um die Aufführungspraxis des Theaterlabors zu professionalisieren und eine künstlerische Vermittlungspraxis zu etablieren.

Ziel für jede*n h∀tschisi* ist es die künstlerische Arbeit vertiefen durch:
> Erkenntnisgewinn zu haben
> Selbstbestimmtheit zu fördern
> die benötigten Skills zu erwerben














Nachhaltigkeit


Nachhaltiges Ziel des Projekts ist es, eine Grundlage zu schaffen, um mit dem Thema der Liebe, aber auch mit anderen Themen der Gesellschaft sozial-wirtschaftliche Angebote zu machen und weitere Projekte im Bereich der künstlerischen Recherche anzugehen.

Die Gruppe möchte versuchen durch Workshops, Bildungsmaßnahmen,  künstlerischen Aktionen und Darstellungen eine sinnvoll Arbeit zu gestalten.

Idealerweise würde diese selbstbestimmte Arbeit eine wirtschaftliche Basis für das Theaterlabor bilden.